Stefan Pölt: Gieraffen

23. Januar 2012

Gieraffen
© Stefan Pölt

In Frankreich sind selbst Baronessen
trotz Vornehmheit häufig verfressen:
“Mir knurrt schon seit Tagen
wie’n Kampfhund der Magen.
Ich hoffe, in Bälde Comtessen!”

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Hundert haarige Limericks
Hundert haarige Limericks
Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Günter Bender

Hundert haarige Limericks
… von A wie Aalen bis Z wie Zweibrücken.
Ein Buch für alle, die Haare haben oder auch keine. Für alle, die sich mehr oder andere Haare wünschen. Für alle, die mit ihrem Haar zufrieden sind; und für alle, die mit ihrem Haar hadern.

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Alfons Pillach: Aufstieg

2. Juli 2010

Aufstieg
© Alfons Pillach

Es schlängelte ein Regenwurm
nach Frankreich hin zum Eiffelturm.
Er wollte ihn besteigen,
um jedermann zu zeigen,
dass, wer im Leben fleißig kriecht,
nach oben kommt, wo’s besser riecht.

Inzwischen ist der Regenwurm
ganz oben auf dem Eiffelturm,
Paris liegt ihm zu Füßen,
er lässt das Fußvolk grüßen.

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Alfons Pillach, Ronald Henss
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Alfons Pillach: Das Faultier

30. Juni 2010

Das Faultier
© Alfons Pillach

Das Faultier hängt an einem Ast
und widmet seinen Tag der Rast.
Aus Leidenschaft ist es so faul,
es weiß, es ist kein Ackergaul.
Das Faultier liebt den Müßiggang
und meidet jeden Arbeitsdrang.
Es schlummert furchtbar gerne
und zählt nachts nie die Sterne,
denn es zählt maximal bis vier,
dann schläft es ein. Welch faules Tier!

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Claudia Duhonj-Gabersek: Midlife

3. Juni 2010

Midlife
© Claudia Duhonj-Gabersek

Von der Disco bis zum Rheumabad,
ein fast nahtloser Übergang,
wenn Pfeffer man im Blute hat
und gestern noch das Tanzbein schwang.
Schaffte den Hundertmeterlauf
in knapp vierzehn Sekunden,
jetzt tun sich die Wehwehchen auf,
und ich will nicht gesunden.
Ich lernte einst den Knochenbau,
in Bio musst ich schwitzen,
jetzt fühl’ ich leider zu genau,
wo diese Knochen sitzen.
Vom Cocktail zum Kamillentee,
ein fast nahtloser Übergang,
und wenn ich in den Spiegel seh,
dann wird mir manchmal angst und bang.
Weisheit, des Alters höchstes Gut,
gegen den Glanz der Jugend,
der Tausch macht mir nicht grade Mut,
ich pfeif’ auf graue Tugend.

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Arnd Helsson: Homo destructivus

13. Mai 2010

Gedicht – Natur – Naturgedicht – Naturschutz – Naturschutzgedicht – Mensch – Homo destructivus – Zerstörung – Umwelt – Umweltschutz – Umweltschutzgedicht – Eintagsfliege – Eintagsfliegengedicht – lustiges Gedicht – Humor


Homo destructivus
Oder: Mensch und Natur

© Arnd Helsson

Die Wissenschaft hat rausgefunden:
der Mensch lebt viele Tausend Stunden
und vieles was ein Mensch so tut,
tut dem Rest der Welt nicht gut.
Allzu viele Menschentaten
richten an nur großen Schaden
und es reißt des Menschen Spur
Wunden tief in die Natur.
Für die Natur, ganz ohne Frage,
ist der Mensch die größte Plage
und die Natur hätt’s halb so schwer,
wenn der Mensch ‘ne Eintagsfliege wär.



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Hundert haarige Limericks
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Hrsg. Ronald Henss
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Arnd Helsson: Bahnfahrt nach Mainz

12. Mai 2010

Gedicht – Bahn – Bahnfahrt – Bummelzug – Bahngedicht – Reisegedicht – Reise – Bahnreise – Mainz – Bahnhofskneipe – Bier – Wein – Alkohol – Bahnsteig – lustiges Gedicht – Humor

Bahnfahrt nach Mainz
© Arnd Helsson

Neulich fuhr ich mal um eins
mit dem Bummelzug nach Mainz.
Die Abfahrt war auf Bahnsteig zwei,
die Fahrt, sie dauerte bis drei.
Die Ankunft war auf Bahnsteig vier
und ich kehrte für ein Bier
in die Bahnhofskneipe ein,
trank dort auch fünf Gläschen Wein.
Die Rückfahrt von Gleis sechs um sieben
musste leider man verschieben.
Schließlich hat auf Bahnsteig acht
um neun der Zug sich aufgemacht
und nach zehn, elf Gläschen Wein
kam um Mitternacht ich heim.



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Hundert haarige Limericks
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Hrsg. Ronald Henss
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Horst Engel: Der traurige Fluss

11. Mai 2010

Der traurige Fluss
© Horst Engel

Ein Fluss, der war sehr depressiv,
an manchen Stellen ziemlich tief.
Er fand, sein Dasein läg in Fetzen
und wollte ihm ein Ende setzen.

In dieser tiefbetrübten Lage
– oh, dass ich’s zu berichten wage –
gewahrt’ von Ferne er des Schalles
wohl eines großen Wasserfalles.

Und stürzt hineilend sich hinunter. –
Da war er plötzlich wieder munter
und brauste über Stock und Stein
und sog die Luft wild schäumend ein.

Da wollte nicht mehr sterben er,
da wollt’ er fließen, sprudeln, leben.
Doch gleich darauf floss er ins Meer –
So enden Flüsse eben.

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Barbara Naziri: Der uneinsichtige Dieb

9. Mai 2010

Der uneinsichtige Dieb
© Barbara Naziri

Es war im späten Mittelalter,
da stahl ein Dieb dem Schlossverwalter
viel Gold und wurde flugs gefangen.
Der Richter sprach: „Nun musst du hangen!“

Der Dieb voll Angst zum Galgen taumelt,
dort wird am Seil er aufgebaumelt.
Er keucht: “Es quält’s” und ist vergangen
und wurd am Höllentor empfangen.

Da sprach der Teufel von der Schicht:
“Du tatest Übles, böser Wicht,
Du hast gestohlen, schlecht gerochen
und hast Dich pausenlos versprochen.

“Wieso versprochen?”, fragt der Strolch,
und schaut dabei auf seinen Dolch.
“Dieser Empfang lässt mich verdutzen,
ich tat mein Mundwerk stets gut putzen.

Und niemals nicht hab ich gelogen,
das ist hier aus der Hand gesogen.”
“Nein”, ruft der Teufel, “dummer Wicht,
ich meine doch die Lüge nicht!

Schon wieder drehst die Worte du
ganz schief und falsch im Munde zu!
Waren nicht deine letzten Worte:
“Es quält’s, an jenem Galgenorte?”

“Ja”, ruft der Dieb und ringt die Hände,
“findet mein Quält’s denn gar kein Ende?
Es quält’s mich weiter, hier zu sein,
gibt’s gar kein Ende meiner Pein?”

Der Teufel fängt jetzt an zu rauchen:
“Du nervst, ich kann Dich hier nicht brauchen!
Dein Sprachschatz quält mich ohne Ende
Drum pack Dich fort, mach eine Wende!”

Der Teufel schließt das Höllentor
der arme Tropf verharrt davor.
Er ruft: “Es quält’s, wo soll ich hin?
Ist das für mich ein Neubeginn!

Er hebt die Arme hoch empor
und schreit: “Es quält’s!” zum Himmelstor.
Doch dort hat Petrus sich getarnt,
verschließt die Tür, er ist gewarnt.

Was quälte es, wirst du nun fragen,
doch auch der Dieb kann’s nicht mehr sagen.

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Horst Engel: Es quält’s

9. Mai 2010

Es quält’s
© Horst Engel

Es baumelt’ unterm Galgenbaum
ein Dieb zur Strafe eben.
Aus war des Diebes schöner Traum
vom sorgenfreien Leben.

Der Sorgen hat er ein’ nur noch,
nun hängt er hier, nun zählt’s.
Die Augen weit hört man ihn doch
noch rufen laut: “Es quält’s!”

Die Menge fragt: “Was sprach er gleich?”,
doch er haucht’s Leben aus.
Und viele werden schreckensbleich
und denken “Welch ein Graus!”

Ward ihm in seiner Todesstund,
als seine Augen brachen,
ein dunkelstes Geheimnis kund
aus geisterwirren Sprachen?

Es bebt der Platz, es sinkt der Mut
vor schierer Angst und Sorgen.
Welch Wort sprach er? Ist’s böse? Gut?
Welch Schrecken wartet morgen?

Es gellt im Ohr das Wort, doch fehlt’s
am Wissen um den Sinn,
doch jeder hört’s: “Es quält’s. Es quält’s.”
und fragt: “Ob ich es bin?”

Und Panik fasst die Leute an
und lässt sie nicht mehr los.
Sie irren, rennen, wie im Bann,
die Angst, sie ist zu groß.

In Scharen fliehen sie der Stadt,
die einen Dieb erhängt,
der sie verfluchet darauf hat
und sie zur Flucht gedrängt.

Nur einer hat es nicht gehört:
Ein Männlein, ungestalt,
schlägt seine Mähre ungestört,
denn taub ist es und alt.

Ob ihm wohl galt der letzte Ruf
des Diebes dort vor Jahren,
der Angst und Wirren so erschuf,
wir werden’s nicht erfahren.

Denn Wüstenstaub liegt auf Ruinen,
wo einst der Dieb gedroht,
den Häusern, die so edel schienen.
Die Stadt, sie ist längst tot.

Am Markt steht noch der Galgenbaum
und in der Schlinge dort
hängt ein Skelett, verblichen kaum
und grinst über den Ort.

Gehst du vorbei, folgt dir das Grauen
und aus den Knochen schält’s
der Geister Stimm’, verheerend Schauen
und flüstert leis: “Es quält’s.”

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Ronald Henss: Gedicht und Welt

8. Mai 2010

Gedicht – Dichter – Dichtung – Welt – Weltenlauf – heiteres Gedicht


Gedicht und Welt
© Ronald Henss

Ein Mensch, der gern ein Dichter wär,
stellt mit Betrübnis fest:
das Dichten fällt ihm allzu schwer,
so dass er’s lieber lässt.

Drauf dreht auch ohne ein Gedicht,
man mag es wohl erahnen,
die Welt gemächlich weiter sich
wie seit Milliarden Jahren.

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Hans Seldron: Partnerwahl im Internet

7. Mai 2010

Gedicht – Partnerwahl – Brautschau – Internet – Braut – schüchtern – Schlüchtern – Wuppertal – Rendezvous – Superschwergewicht – lustiges Gedicht – Dickengedicht

Partnerwahl im Internet
© Hans Seldron

Es war ein junger Mann aus Schlüchtern
zur Brautschau leider viel zu schüchtern.
Darum hat er nach einer Braut
im Internet sich umgeschaut.
Das Angebot, es war famos
und die Auswahl riesengroß.
Schon sehr bald fiel seine Wahl
auf Adelheid aus Wuppertal.
Schöne Worte, zuckersüß
versprachen ihm das Paradies.
So traf er sich auf Bahnsteig 7
zum Rendezvous mit seiner Lieben.
Doch als die Braut entstieg dem Zug,
wurd’ offenkundig der Betrug.
Er traute seinen Augen nicht:
die Braut – ein Superschwergewicht.
Da verfiel der Mann aus Schlüchtern
dem Suff – man sah ihn nie mehr nüchtern.

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Hundert haarige Limericks
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Hrsg. Ronald Henss
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Manfred Schröder: Erdkunde

7. Mai 2010

Erdkunde
© Manfred Schröder

Holland ist ein
flaches Land.
Da sind Berge
unbekannt.
Im Gegensatz
zur Schweiz;
da gibt’s
der Berge Reiz.
Und Italien
hat den Po;
doch den gibt es
auch anderswo.
Der Franzose hat
die Seine;
ich habe hier
die Meine.
Der Russe gern
von Lena spricht,
doch den Eisack
kennt er nicht.
Und mit Schrecken
ich erfuhr;
der arme Mann
starb an der Ruhr.
Was ich hier schrieb;
man sagt: Kunst ist es nicht,
man eher gern
von Rheinfall spricht.
Das sagen die Banausen
aus Schaffhausen!

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Arnd Helsson: Der Leichenfund

19. April 2010

Gedicht – Leiche – Leichenfund – Polizei – Wasserleiche – Kröte – Strafe – Polizei-Gedicht – lustiges Gedicht – Humor


Der Leichenfund
© Arnd Helsson

Neulich fand an einem Teiche
ich eine aufgeduns’ne Leiche.
Ich rief sofort die Polizei,
die eilte blitzeschnell herbei.
Anstatt aufs Höchste mich zu loben
fing der Beamte an zu toben,
ich sei im Kopfe nicht ganz dicht
und ich gehöre vors Gericht,
eine tote Kröte sei
kein Fall für die Polizei!
Statt Lob und Dank musst’ ich zur Strafe
hundertfünfzig Euro zahlen.



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Barbara Naziri: Mopsig

14. April 2010

Mopsig
© Barbara Naziri

Da gibt es Hunde – groß und klein,
sie können schmal und dicker sein,
doch unter diesem Hundereigen
find ich den Mops besonders eigen.

Sein rundes Auge mich entzückt,
die Schnauze vornehm platt gedrückt,
er tut sich stets so keck hervor,
drum flüster’ ich Dir leis’ ins Ohr:

Ich wünscht’, ich wär’ ein Mops,
wirk ich auch wie ein Klops,
heb ich graziös und fein
an jedem Baum mein Bein.

Ich wollt, ich wär’ ein Mops
und mache einen Hops,
ich tanz bei jedem Schritt
mein Ringelschwanz tanzt mit.

Ich wär’ so gern ein Mops
und kaue gerne Drops,
bin heiter und so keck
und wälze mich im Dreck.

Ich bin so gern ein Mops,
mach einen zweiten Hops,
denn ist mal nicht viel los,
spring ich dir auf den Schoß.

Ich bin so gern dein Mops,
in deinen Arm ich hops,
lass mich dort nicht vergraulen
und mir den Kopf gern kraulen.

Ich bin und bleib dein Mops,
an deiner Seite hops
ich glücklich durch mein Leben
Was kann es Schönres geben?

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Hundert haarige Limericks
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Horst Engel: Treffendes Gedicht

13. April 2010

© Horst Engel

Die Baronesse von Sauertopf
trifft stets den Nagel auf den Kopf,
das brächte Lob ihr und viel Ehr’,
wenn’s nicht ihr Daumennagel wär’.

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Harald Herrmann: Verlegt

13. April 2010

Verlegt
© Harald Herrmann

Man wird verlegt und schaut nicht wo,
und merkt nach tausend Stunden,
verlegt wurdest du irgendwo
und bleibst damit verschwunden.
So sag am Anfang dem Verleger,
verleg mich gut, dann sieht mich jeder!

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Arnd Helsson: Auch dicke Mädchen

11. April 2010

Gedicht – Dicke – dicke Mädchen – Dicken-Gedicht – lustiges Gedicht – gemeines Gedicht – Fettleibigkeit – Dicksein – Spottreim – Spottgedicht – Fettsucht

Auch dicke Mädchen
© Arnd Helsson

Auch dicke Mädchen wollen küssen,
auch dicke Mädchen haben Lust,
auch dicke Mädchen suchen Liebe
und tragen Sehnsucht in der Brust.

Wenn ich dereinst auf Brautschau gehe,
such ich ne Schöne und Gescheite,
doch wenn ich eine Dicke sehe,
suche ich ganz schnell das Weite.

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Harald Herrmann: Schwanenweh

11. April 2010

Schwanenweh
© Harald Herrmann

Ein Schwan, er kommt im Ententeiche
sehr schnell an seine Grenzbereiche.

Man jagt ihn fort, weil er — so’n Mist –
alles andere als hässlich ist.

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Horst Engel: Mit allen

11. April 2010

Mit allen!
© Horst Engel

Ein Omnibus, der fuhr vorbei,
gefüllt mit Leuten-Allerlei,
die waren allesamt verschieden,
drum habe ich den Bus gemieden.
Denn, ach, verscheiden ich nicht wollte,
weswegen ich zu Fuß mich trollte.

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Elsa Drohn: Adipositas-Gedicht

10. April 2010

Adipositas – Gedicht – Dicken-Gedicht – Fettsucht – Fettleibigkeit – Fette – Dicke – Dickleibigkeit – Übergewicht – Waage – Zentner – Dicksein – Fressen – Fress-Gedicht – Humor – lustiges Gedicht

Adipositas-Gedicht
© Elsa Drohn

Wenn ich diese Fetten sehe,
geht’s mir gar nicht gut.
Wenn ich diese Fetten sehe,
krieg ich voll die Wut.

Wie kann man nur so viel fressen,
dass man in kein Kleid mehr passt!
Wie kann man sich so vergessen,
dass man sich dafür selber hasst!

Wenn ich diese Fetten sehe,
geht’s mir gar nicht gut.
Wenn ich auf der Waage stehe,
krieg ich voll die Wut.
Die Waage treibt ein falsches Spiel
und zeiget zwei Zentner zu viel.

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Barbara Naziri: Hosiges vom Land

9. April 2010

Hosiges vom Land
© Barbara Naziri

Ein Wetterfrosch hält Diagnose:
Von Norden nähert sich ne Hose
des Windes, welcher ziemlich lose
heranweht und in starker Pose.
Der Gärtner schneidet grad ne Rose
und das auch noch in Badehose,
das Gummiband war etwas lose,
der Wind zerrt an der kleinen Hose.
So sinkt sie ohne viel Getose
hinab, grad naht die ahnungslose
Gärtnerin in Caprihose.
Beim Anblick wird sie zur Mimose
sucht eilig nach der Honigdose,
bedeckt damit das Namenlose,
verhindert eine Angstneurose,
es war nicht viel in dieser Hose.

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Horst Engel: Lächerlich

9. April 2010

Lächerlich
© Horst Engel

Ein Lachen ging einst durch die Welt,
hat Mien’ um Miene froh erhellt;
da sah es plötzlich selber sich
und fand sich einfach lächerlich
und hat, bevor es nachgedacht,
sich selber schließlich ausgelacht.

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Arnd Helsson: Wanderlust

9. April 2010

Gedicht – Nonsense-Gedicht – Alliteration – Wandergedicht – Wanderlust – Wander-Gedicht – Wanderer-Gedicht – Wanderlied – Wandersmann

W-w-w-w-Wanderlust
© Arnd Helsson

Wo wilde Wiesen wachsen
Wo warme Winde wehn
Wo wackre Wandrer wandern
Wolln wir wohl wandern gehn

(wohlwünschend es wolle nirgendwo
ein W im Wege stehn)

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Manfred Schröder: Das Dromedar

9. April 2010

Das Dromedar
© Manfred Schröder

Im Zimmer steht
ein Dromedar.
Warum?
Das ist auch
mir nicht klar.
Es guckt
und ist nur
einfach da
und sagt
es käm aus Afrika.
Ich seufze tief
und denke mir
Du bist nun da,
dann bleib halt hier.

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Horst Engel: Der große Obstkrieg

9. April 2010

Der große Obstkrieg
© Horst Engel

Ach, die Orangen, die spontanen,
die grollten heimlich den Bananen,
“Die sind so gelb und lang und schön.
Und wir sind nur orange zu sehn!”

Doch die Bananen sagten drum:
“Ach ihr, ihr seid doch gar zu dumm!
Wie leicht man euch doch überwindet!”
Nur — die Orangen war’n verbündet!

Mit Äpfeln, Birnen und Weinbär’n,
die alle gute Kämpfer wär’n.
Bananen haben auch gesucht
und fanden Erdbär, Kiwifrucht.

Sogar den Pfirsich hatten sie gefragt,
doch der hat einfach “Nein” gesagt.
Und danach haben sie gestritten,
gematscht, gequetscht und sich geschnitten.

Für wen die Walnuss wirklich war,
war niemandem so richtig klar.
Doch hat sie allen Biss verlieh’n,
sehr kampflustig die Walnuss schien.

Als man dann doch um Frieden bat,
war’n alle bereits — Obstsalat!
Den ließ ich mir erst einmal schmecken!
So kommt der Krieg zu seinen Zwecken …

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Buchtipp: Lustige Limericks von Horst Engel gibt es auch in dem Buch


Hundert haarige Limericks
Hundert haarige Limericks
Hrsg. Ronald Henss
Illustrationen Günter Bender

Hundert haarige Limericks
… von A wie Aalen bis Z wie Zweibrücken.
Ein Buch für alle, die Haare haben oder auch keine. Für alle, die sich mehr oder andere Haare wünschen. Für alle, die mit ihrem Haar zufrieden sind; und für alle, die mit ihrem Haar hadern.

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